Nichtstun lernen und dabei entschleunigen

Wir sind heute oftmals immer beschäftigt und in Action. Neulich beobachtete ich einen Bekannten dabei, wie er einfach nur im Raum stand und nichts tat. Als ich ihn fragte, was er denn machen würde, antwortete er, er würde denken. Das hat mich ziemlich fasziniert. Eine Form der aktiven Entschleunigung. Die Vorstufe vom Nichtstun ist das reine Nachdenken.

Heute haben die Menschen mehr und mehr verlernt, sich der Muße hinzugeben. Darüber erhält man den Freiraum, unbekannte Gefilde seines Lebens und seines Denkens zu entdecken. Ohne das aufmerksame Nichtstun ist das Erlernen von mehr Achtsamkeit kaum möglich.

Einfach die störende Reize abstellen, sich der Entspannung hingeben und es sich gemütlich machen, vor allem diese Gemütlichkeit zu geniessen, darauf kommt es an.

Das man nicht immer produktiv sein muß, ist in unserer heutigen Stress geplagten Zeit, ein fortschrittlicher Gedanke. Auch wirkt sich das Nichtstun positiv auf unsere Gesundheit, den Blutdruck und das Immunsystem aus. Auch für unsere Denkfähigkeit ist eine Zeit der Entkrampfung sehr förderlich. Kreativität gedeiht in verkrampften Umgebungungen erfahrungsgemäß sehr schlecht.

Am besten ist es, man plant Zeiten des Nichtstuns fest in seinen Tages- und Wochenplan ein und informiert seine Kollegen, Freunde und Bekannte darüber, damit man möglichst viele Störungen vermeiden kann. Zudem sollte man bewusst wahrnehmen, was einem diese Phasen des Nichtstun jeweils gebracht haben. So lernen wir, daß Zeiten des Nichtstuns definitiv keine verlorenen Zeiten sind. Sie tragen zu einer entschleunigten und achtsamen Lebensführung bei.

© Alexander Rossa 2019

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