Atmen, Essen, Spüren - Achtsamkeit jetzt

Viele Menschen haben es verlernt, das Leben wirklich zu erleben. Achtsam durch das Leben gehen, und sich selbst zu spüren, diese Aufmerksamkeit haben viele Menschen oftmals fast völlig verlernt. Das Atmen, es passiert einfach. Doch anstatt es einfach zu ignorieren, sollten man es als wichtigen Bestandteil für ein achtsames Leben erkennen und kultivieren. Beachte die Atmung, ihren Mechanismus vom Ein- und Ausatmen und beobachte seine Auswirkungen auf den Empfinden und Befinden. Das bewusste Atmen erdet uns Menschen und bringt uns in eine Ausgangsposition für achtsames Erleben. Dabei hilft es bereits, immer wieder einige Sekunden bewusstes Atmen in seinen Alltag einzuabuen, um sich zu erden. Als Achtsamkeitsübung könnt ihr mehr darüber in der Rubrik »Wege der Entschleunigung« lesen.

Wie auch schon beim Atmen angedeutet, sind es die alltäglichen Dinge der bisherigen Nichtbeachtung, denen wir zunächst mehr Beachtung und Aufmerksamkeit schenken sollten. Damit meine ich zum Beispiel auch das Essen. Oftmals schlingen wir im Umfeld von Stress und Zeitnot einfach unsere Mahlzeiten hinunter, ohne ihm eine sinnliche Bedeutung beizumessen.

Dabei ist das Essen von grundlegender Wichtigkeit. Es ist mehr, als einfach nur schnöde Nahrungsaufnahme.

Ein aufmerksames Essen ist gesund, da wir auf das Kauen und die Vorverdauen achten und damit den Körper entlasten. Es wird nicht selbst zu einem Stressfaktor, sondern ist ein Entspannungelement, das uns sinnliche Erfahrungen beschert. Aussehen, Geschmack, Geruch, Konsistenz und die Umgebung, alles zusammen stellt ein Orchester der Sinnlichkeit dar, auf das wir oft verzichten und uns damit selbst berauben. Bedenkt man, dass wir sogar dafür bezahlen, schliessen wir ein schlechtes Geschäft ab, schlingen wir das Essen einfach in uns hinein. Zudem verlernen wir den Geschmack differenziert wahrzunehmen. Oftmals wissen wir nicht einmal, was wir da alles zu uns nehmen. Wie weit ist es schon mit uns gekommnen, das Kernbedürfnisse des Lebens wie Atmen und Essen, für viele Menschen so sehr bedeutungslos geworden sind.

Wenn wir achtsam leben und unsere Welt aktiv erspüren wollen, dann sollten wir unsere eigene Sinnlichkeit wiederentdecken. Nur so ist eine Abkehr von einem entzündeten Alltag möglich. Wir selbst sind es, die es für sich selbst entscheiden. Etwas zu fühlen ist gut und nicht schlecht. Sich mit dem Erfühlten zu befassen macht und schärft Sinn und bringt ein sinnvolles Leben mit sich, wie die Wörter es schon aussagen. Ich kenne Menschen die es verlernt haben, sich freuen zu können. Für sie sind Anzeichen der Freude, wie ein Lächeln, nicht mehr als das Ziehen einer Grimasse. Freude nicht mehr bewusst wahrzunehmen und zu leben, beraubt uns der Lebensfreude und wen wundert es da, dass einem alles trist und freudlos erscheint. Wobei Freude nur noch als eine Worthülse fungiert...      

© Alexander Rossa 2019

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